Zahnmedizinische Fachangestellte

 


Interview mit einer Auszubildenden im 2ten Lehrjahr in einer Zahnarztpraxis:

Reporter: Bärbel, wann hast du deine Ausbildung begonnen?

Bärbel: Am 01.08.2007 habe ich meine Ausbildung angefangen.

Reporter: War es schwer für dich eine Lehrstelle zu finden und wusstest du gleich, welchen Beruf du ergreifen wolltest?

Bärbel: Ich habe insgesamt 20 Bewerbungen geschrieben. Dass ich im medizinischen Bereich arbeiten wollte, war mir von Anfang an klar. Es umfasst eine Menge Tätigkeiten. Und vor allem finde ich es sehr spannend zu wissen, wie der eigene Körper funktioniert und worauf er reagiert.

Reporter: Wie lange dauert deine Ausbildung?

Bärbel: Sie dauert 3 Jahre.

Reporter: Wie sieht denn ein Arbeitstag bei dir aus?

Bärbel: Mein Arbeitstag beginnt mit dem Patientenbuch. Ich schaue, welche Termine an diesem Tag haben, um die Vorbereitungen für die Behandlungen zu treffen. Dann werden die Zimmer gereinigt und desinfiziert. Um halb neun treffen die ersten Patienten ein. Dann heißt es, die Patienten in die Zimmer zu setzen, ihnen mögliche Behandlungen zu erklären und versuchen ihnen eventuelle Angst zu nehmen. Dann erledige ich Aufgaben, wie das Assistieren am Behandlungsstuhl, neue Behandlungen einplanen, Termine vergeben, Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen, Eintragung der jeweiligen Behandlung in die entsprechende Karteikarte, die Reinigung der Instrumente und nicht zu vergessen: Die Abrechnung muss erledigt werden. Also, es gibt nie Langeweile und es ist wirklich sehr abwechslungsreich.

Reporter: Das klingt wirklich sehr vielseitig. Hast du denn manchmal das Gefühl, dass es dir zu viel wird und du am liebsten alles hinschmeißen würdest?

Bärbel: Klar. Wenn die Patienten genervt sind und einen für alles verantwortlich machen, die Kinder nicht zu beruhigen sind und auch sonst alles schief läuft, hat man manchmal echt die Nase voll. Aber ich denke, dass hat man in jedem Beruf.

Reporter: Dann wünsche ich dir viel Erfolg bei deiner Prüfung im nächsten Jahr.

Bärbel: Vielen Dank.

 Die Ausbildung erfolgt überwiegend im Ausbildungsbetrieb (Praxis) und in der Berufsschule. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

 

 


 


Zugangsvoraussetzungen

Grundsätzlich wird keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Über die Hälfte der Ausbildungsanfänger/innen des Jahres 2000 besaß einen mittleren Bildungsabschluss.

 

 


 

 

Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick

Zahnmedizinische Fachangestellte sind in der medizinischen Assistenz und in den Bereichen Prophylaxe und Praxisorganisation und -verwaltung tätig.

Sie betreuen Patienten vor, während und nach der Behandlung und assistieren dem Zahnarzt bei der Behandlung. Sie führen Hygienemaßnahmen durch, wirken bei der Erstellung von Röntgenaufnahmen mit, erklären Patienten die Möglichkeiten der Karies- und Parodontalprophylaxe oder leiten sie zur Mundhygiene an. Auch Aufgaben wie die Dokumentation von Behandlungsabläufen, die Erfassung erbrachter Leistungen für die Abrechnung, die Organisation von Praxisabläufen, Terminplanung oder das Erledigen des Schriftverkehrs gehören zu ihrem Arbeitsalltag.

Zahnmedizinische Fachangestllite sind in Zahnarztpraxen, kieferorthopädischen, oral- und kieferchirurgischen Praxen sowie in Zahnkliniken tätig. Beschäftigung finden sie auch im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Dentalindustrie, bei Krankenkassen und in Rechenzentren. Sie assistieren am Behandlungsstuhl, arbeiten im Röntgenraum, im Büro und am Empfang.

 

 


 

 

Unterricht in der Berufsschule

Auszubildende ZFA's werden am KIVINAN - Das berufliche Bildungszentrum wie folgt beschult:

 

Ausbildungsjahr

Unterrichtstunden

Fächer

1.

jeweils 8 Stunden

Deutsch, Politik, Englisch,
Religion, Berufsspezifischer
Unterricht

2.

8 Stunden

Deutsch, Politik, 
Berufsspezifischer
Unterricht

3.

8 Stunden

Deutsch, Politik, 
Berufsspezifischer
Unterricht

 

Im Berufspezifischen Unterricht werden lt. Rahmenlehrplan folgende Lernfelder unterrichtet:

  • Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren
  • Patienten empfangen und begleiten
  • Praxishygiene organisieren
  • Kariestherapie begleiten
  • Endodontische Behandlungen begleiten
  • Praxisabläufe organisieren
  • Zwischenfällen vorbeugen und in Notfällen Hilfe leisten
  • Chirurgische Behandlungen begleiten
  • Waren beschaffen und verwalten
  • Behandlungen von Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnhalteapparates begleiten
  • Röntgen-und Strahlenschutzmaßnahmen vorbereiten
  • Prophylaxemaßnahmen planen und durchführen
  • Prothetische Behandlungen begleiten
  • Praxisprozesse mitgestalten

 

 


 

 

Ausbildungsabschluss / Prüfungen

Die Prüfung wird auf Grundlage der Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten / zur Zahnmedizinischen Fachangestellten durchgeführt.

Erforderliche Nachweise:
Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung sind:

o Das während der Ausbildung in Form eines Ausbildungsnachweises geführte Berichtsheft.
o Die Teilnahme an der Zwischenprüfung.

Erforderliche Prüfungen:

o Zwischenprüfung:
Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes wird eine Zwischenprüfung durchgeführt. Geprüft wird
schriftlich anhand praxisbezogener Aufgaben. Die Prüfung soll vor Ende des zweiten
Ausbildungsjahres stattfinden.

Abschlussprüfung:
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und praktischen Teil.
Schriftlich geprüft werden die Prüfungsfächer:
¤ Behandlungsassistenz
¤ Praxisorganisation und -verwaltung
¤ Abrechnungswesen
¤ Wirtschafts- und Sozialkunde

Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling zeigen, dass er Patienten vor, während und nach der Behandlung betreuen, Patienten über Behandlungsabläufe und über Möglichkeiten der Prophylaxe informieren und zur Mitarbeit motivieren kann. Er soll nachweisen, dass er Behandlungsabläufe organisieren Verwaltungsarbeiten durchführen sowie bei der Behandlung assistieren kann.

Ist das Prüfungsergebnis der schriftlichen Prüfung in bis zu zwei Bereichen mit mangelhaft bewertet worden, so kann ergänzend mündlich geprüft werden.

Um die Prüfung zu bestehen, müssen die Leistungen in mindestens drei Bereichen ausreichend sein. Werden die Prüfungsleistungen in einem Fach mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Prüfungswiederholung: Nicht bestandene Abschlussprüfungen können laut Berufsbildungsgesetz zweimal wiederholt werden.

Prüfende Stelle: Prüfungsausschuss der zuständigen (Landes-)Zahnärztekammer unter Beteiligung der Berufsschule.

 

 


 

 

Perspektiven nach der Ausbildung

Während der Berufsausbildung wird angehenden Zahnmedizinischen Fachangestellten ein differenziertes Grundwissen vermittelt, das für breitgefächerte Aufgabenfelder qualifiziert. Die Beschäftigten können nach ihrer Berufsausbildung zum Beispiel in Zahnarztpraxen, in Krankenhäusern oder im Entwicklungsdienst arbeiten und sich unter anderem auf Sachgebiete wie Stuhlassistenz, Prophylaxe oder Büro und Verwaltung spezialisieren oder auf die Arbeit in kieferarthopädischen oder oralchirurgischen Praxen.

Wie alle anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen müssen Zahnmedizinische Fachangestellte auch nach Abschluss ihrer Ausbildung ihren Wissensstand bezüglich neuer Erkenntnisse zum Beispiel hinsichtlich spezifischer EDV-Anwendungen, Dentalmedizin und Zahntechnik ständig auf dem laufenden halten. Hier kommen für sie verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage, zum Beispiel -je nach eigenem fachlichem Schwerpunkt - Lehrgänge über Sachgebiete wie Organisation in Zahnarztpraxen, Strahlenschutz oder Abrechnung einschließlich EDV -Zahnarztpraxis. Wer seine beruflichen Kompetenzen weiter entwickeln möchte, kann auch weitere Qualifikationen anstreben, zum Beispiel eine Zusatzqualifikation als Zahnmedizinische/r Fachhelfer/in, als Prophylaxeassistent/in oder als Betriebswirt/in (staatl. gepr.) - Medizin. Wer über die entsprechenden Bildungsvoraussetzungen verfügt, kann auch ein Studium zum Beispiel in den Bereichen Gesundheitsökonomie oder Gesundheitsmanagement in Betracht ziehen.

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