Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte (früher Arzthelferinnen) betreuen Patienten und Patientinnen. Sie sind die erste Kontaktperson. Sie assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen sowie bei kleineren Eingriffen am Patienten. Wenn es erforderlich ist, wiegen und messen sie die Patienten, legen Verbände an, bereiten Spritzen vor oder nehmen Blut für Laboruntersuchungen ab. Sie bedienen und pflegen medizinische Instrumente und Geräte und führen Laborarbeiten durch. Sie organisieren den Praxisablauf und erledigen Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten.

Eine angehende Arzthelferin erhält eine duale Ausbildung, die nach dem Berufsbildungsgesetz bundesweit einheitlich geregelt ist. Gelernt wird hauptsächlich im Ausbildungsbetrieb (Praxis) und in der Berufsschule (Theorie).

 


 

Zugangsvoraussetzungen:

Grundsätzlich wird laut Berufsbildungsgesetz keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Knapp zwei Drittel der Arzthelfer/innen haben aber mindestens einen mittleren Bildungsabschluss.

 


 

Unterricht in der Berufsschule:

Auszubildende Arzthelfer/innen werden am KIVINAN Das berufliche Bildungszentrum wie folgt beschult:

 

Ausbildungsjahr

Unterrichtstunden

Fächer

1.

jeweils 8 Stunden

Deutsch, Politik, Englisch,
Religion, Berufsspezifischer
Unterricht

2.

8 Stunden

Deutsch, Politik, 
Berufsspezifischer
Unterricht

3.

8 Stunden

Deutsch, Politik, 
Berufsspezifischer
Unterricht

 

Im Berufsspezifischen Unterricht wird auf folgende Themen eingegangen :

  • Anatomie und Physiologie (Aufbau und Funktion wichtiger Organe und Systeme des Körpers)
  • Hygiene
  • Geräte, Apparate und Instrumente
  • Labortechnologie (Chemische Grundlagen, Durchführung von Schnelltests)
  • Gesundheitswesen
  • Pathologie (Krankheitsursachen)
  • Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel
  • Diagnose und Therapie, Patientenbetreuuung
  • Rechnungswesen und Zahlungsverkehr
  • Recht
  • Kassenärztliche Praxis, Abrechnung
  • Praxisorganisation
  • Textverarbeitung

 

Rechtsgrundlagen für den Berufsschulunterricht sind:

  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Arzthelfer/ zur Arzthelferin (Arzthelfer-Ausbildungs-VO ArztHAusbV)
  • Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Arzthelfer/Arzthelferin, Beschluss der Kultusministerkonferenz

 


 

Ausbildungsabschluss / Prüfungen

Erforderliche Nachweise:
Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung sind:

  • Das während der Ausbildung in Form eines Ausbildungsnachweises geführte Berichtsheft.
  • Die Teilnahme an der Zwischenprüfung.

 


 

Erforderliche Prüfungen:

Zwischenprüfung:
Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes wird eine Zwischenprüfung durchgeführt. Geprüft wird schriftlich anhand praxisbezogener Fälle oder Aufgaben. Die Prüfung soll vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Sie wird teils in konventioneller, teils in programmierter Form gestaltet.

Abschlussprüfung:
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
Schriftlich geprüft werden 3 Prüfungsfächer: Medizin, Verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Das mündliche Prüfungsfach nennt sich Praktische Übungen.
Die Anforderungen in den Prüfungsfächern sind:

Prüfungsfach Fachbereich Medizin:
In höchstens 120 Minuten sollen praxisbezogene Aufgaben bearbeitet werden. Prüfgebiete sind:

  • Grundkenntnisse der Anatomie, Physiologie und Pathologie
  • Arbeitsschutz
  • medizinische Apparate, Geräte und Instrumente
  • Laborarbeiten einschließlich Qualitätssicherung
  • Grundkenntnisse Arzneimittel, einschließlich Impfstoffe
  • Prävention und Prophylaxe

Prüfungsfach Verwaltung:
In höchstens 120 Minuten sollen praxisbezogene Aufgaben und Fälle analysiert und bearbeitet werden. Prüfungsgebiete sind:

  • Gesundheitswesen
  • Grundkenntnisse fachbezogener Rechtsvorschriften und der Sozialgesetzgebung
  • kassenärztliches Abrechnungswesen
  • Privatliquidation
  • Rechnungswesen und Zahlungsverkehr
  • Praxisorganisation


Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:
In höchstens 45 Minuten sind praxisorientierte Aufgaben und Fälle zu bearbeiten. Dabei soll gezeigt werden, dass allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt dargestellt werden können.

 

Prüfungsfach Praktische Prüfungen:
In höchstens 45 Minuten sollen praktische Vorgänge bearbeitet werden. Die Prüflinge sollen zeigen, dass sie technische, medizinische und verwaltungsmäßige Zusammenhänge einer Arztpraxis verstanden haben und praktische Aufgaben lösen können. Prüfgebiete sind:

  • Umgang mit Patienten
  • Wartung des Praxisinventars
  • Hilfeleistung in der Praxis
  • Anwendung und Pflege medizinischer Apparate, Geräte und Instrumente
  • Durchführung einfacher Laborarbeiten
  • Sterilisieren und Desinfizieren
  • Abwickeln von Schriftverkehr

Ist das Prüfungsergebnis der schriftlichen Prüfung nicht eindeutig, kann ergänzend mündlich geprüft werden (zusätzliche mündliche Prüfung).
Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die Prüfungsfächer Medizin und Verwaltung gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.
Um die Prüfung zu bestehen, müssen die Leistungen nicht nur im Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein, sondern auch in den Prüfungsfächern Medizin und Verwaltung. Werden die Prüfungsleistungen in mindestens einem Fach mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

Prüfungswiederholung
Nicht bestandene Abschlussprüfungen können laut Berufsbildungsgesetz zweimal wiederholt werden.

 

Prüfende Stelle
Prüfungsausschuss der zuständigen (Landes-)Ärztekammer unter Beteiligung der Berufsschule.
Rechtsgrundlage: Arzthelfe-Ausbildungs-Verordnung

 

 


 

Berufliche Perspektiven nach der Ausbildung

Während der Berufsausbildung wird angehenden Arzthelfern und -helferinnen ein differenziertes Grundwissen vermittelt, das für breitgefächerte Aufgabenfelder qualifiziert. Beschäftigte in der Arzthilfe können nach ihrer Berufsausbildung zum Beispiel in allgemein- und fachärztlichen Praxen, in Krankenhäusern oder im Entwicklungsdienst arbeiten und sich auf diese Aufgabenfelder ebenso spezialisieren wie etwa auf die Büro- und Verwaltungstätigkeiten in Arztpraxen.

Wie alle anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen müssen Arzthelferinnen und -helfer auch nach Abschluss ihrer Ausbildung ihren Wissensstand bezüglich neuer Erkenntnisse zum Beispiel hinsichtlich spezifischer EDV-Anwendungen, Medizin und Medizintechnik ständig auf dem Laufenden halten. Hier kommen für sie verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage, zum Beispiel - je nach eigenem fachlichem Schwerpunkt - Lehrgänge über Sachgebiete wie Arzthelfer/innen - Fachkunde, Elektrokardiogramm, Versorgung bei Notfällen oder EDV in der Arztpraxis. Wer seine beruflichen Kompetenzen weiter entwickeln möchte, kann auch weitere Qualifikationen anstreben, zum Beispiei eine Zusatzqualifikation als Arztfachhelfer/in oder- falls die entsprechenden Bildungsvoraussetzungen gegeben sind - ein Studium in den Bereichen Gesundheitsökonomie oder Gesundheitsmanagement.

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